Handy-Ortung beim Notruf

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Seit Ende März wird bei den Notrufzentralen ein neues System zur Ortung des Anrufers verwendet.            

 
Handyortung beim Notruf
 
Handys können entweder über das Mobilfunknetz (GSM) oder über GPS geortet werden. Die Ortung über das Mobilfunknetz ist bei jedem Handy möglich aber relativ ungenau.
Die Ortung über GPS ist nur über Handys mit eingebautem GPS-Empfänger möglich. Die Positionsbestimmung ist hier bis auf wenige Meter möglich. Ein GPS-Empfänger ist bei Smartphones inzwischen Standard.
Die Ortung über GPS kann jetzt auch bei Notrufen genutzt werden.
 
Ortung über das Mobilfunknetz
 
Unabhängig davon, welchen Netzbetreiber ihr nutzt, kann euer Smartphone oder Handy über das GSM-Netz eures Mobilfunkbetreibers (Vodafone, O2, T-Mobile u.s.w) geortet werden.
Der Standort wird in diesem Fall über die Funkzelle ermittelt, mit der das Handy gerade verbunden ist. 
Voraussetzung dafür ist, dass das Handy eingeschaltet, eine SIM-Karte eingelegt und aktiviert ist. Abhängig vom Netzbetreiber ist diese Handyortung nicht sehr genau. Denn je nach Dichte der Sendemasten kann die Differenz zum tatsächlichen Standort des Handys um mehrere hundert Meter abweichen.

Die Ortung über das GSM-Netz ist technisch immer möglich, sobald das Handy eingeschaltet ist und kann auch nicht am Gerät unterdrückt werden.
 
Dieses Verfahren wurde von der Polizei bisher immer in Notfällen (bei Gefahr für Leib oder Leben) und bei Straftaten nur mit richterlicher Genehmigung verwendet. Eine Ortung mit Einverständnis des Handybesitzers ist natürlich immer möglich.
 
Ortung über GPS
 
Die satelitengestützte Positionsbestimmung wird bei Smartphones für verschiedenste Anwendungen verwendet. Dabei wird der im Gerät verbaute GPS-Empfänger benutzt um mit Hilfe von Sateliten den Standort zu bestimmen. Die so ermittelten Koordinaten können mit verschiedenen Apps z.B. in einer Karte auf dem Handy dargestellt werden. Somit kann man das Handy auch zur Navigation wie bei einem Navi im Auto oder einem GPS-Gerät nutzen.
Die aktuelle Position kann auch als numerischer Wert ausgelesen und übermittelt werden. Umgekehrt können dann die übermittelten Positionsdaten vom Empfänger wieder als Standort auf einer Karte dargestellt werden. Dazu gibt es auch zahlreiche Apps, mit denen man problemlos zumindest den Standort seines eigenen Handys ermitteln kann.
Google Maps ist eine der meistverbreitesten Anwendungen zur Positionsbestimmung und Navigation. Klickt man bei Google Maps z.B. auf einen Punkt in der Karte, werden auch die Koordinaten nach Längen und Breitengrad angezeigt.
Zur Positionsbestimmung muss der GPS-Empfänger des Handys eingeschaltet sein.
Das Abrufen der Positonsdaten in einem fremden Handy ist nur mit Zustimmung des Nutzers möglich.
Auch hierzu gibt es zahlreiche Apps, die zumindest erstmals einer Freigabe der Positions-bestimmung durch den Handybesitzer des zu ortenden Gerätes erfordern.
Bei verschiedenen Anwendungen kann man die Positionsbestimmung auch für bestimmte Personen dauerhaft oder sporadisch freigeben. (z.B. Facebook, Google Maps, Runtastic u.s.w)
Bei Google Maps kann man z.B. über die Funktion "Standort teilen" seine Position für Freunde stundenweise freigeben. Das kann z.B. bei einem Ausritt alleine im Wald sinnvoll sein.
Wird diese Funktion aktiviert, erhält der ausgewählte Kontakt eine Mail mit einem Link zu Google Maps, wo er Deine Position sehen kann. Die Freigabe des Standortes kann man dann manuell oder automatisch nach einer bestimmten Zeit wieder beenden.
Die Standortübermittlung muss dann nicht erst im Notfall erfolgen und die Ortung ist daher auch möglich, wenn man selbst nicht mehr zur Absetzung eines Notrufs in der Lage ist.
 
Smartphoneortung beim Notruf
 
In den Notrufzentralen gehen immer wieder Notrufe ein, bei denen der Mitteiler seinen Standort nicht oder nur sehr ungenau angeben kann. Bei solchen Anrufen wurde bisher von der Polizei eine Standortbestimmung über den Netzbetreiber angefordert. Durch die Datenübermittlung und die oft nur ungenaue Standortmitteilung durch den Netzbetreiber ging oft wertvolle Zeit verloren.
Seit April 2017 nutzt die Bayerische Polizei bei Notrufen mit unzureichender Positionsangabe die Übermittlung der GPS-Daten von Smartphones.
Dazu ist keine spezielle App auf dem Smartphone notwendig. Voraussetzung ist, dass der GPS-Empfänger am Handy eingeschaltet ist. Sollte die GPS Funkton nicht aktiviert sein, wird der User aufgefordert diese zu aktivieren. Falls der Anrufer dabei unterstützt werden muss, sind Informationen über die geläufigsten Geräte bei der Einsatzzentrale hinterlegt.
Dann erhält der Anrufer automatisiert eine SMS mit einem Link den er bestätigen muss. 
 
 
Nach der Bestätigung wird der Browser im Handy mit folgender Meldung geöffnet. Mit Drücken von OK wird seine aktuelle Position an das Ortungs system der Polizei übertragen und in der Einsatzzentrale auf der Karte angezeigt
  

           

Auf dem Handy wird die Übertragung bestätigt.
Die so ermittelten Koordinaten können nun an die Einsatzkräfte weitergegeben werden. Mit diesen Daten können sich die Einsatzkräfte mit Hilfe von GPS oder Navi zum Einsatzort navigieren lassen.
Die Übermittlung der Standortdaten ist nur einmalig und die Daten werden nach Einsatzende gelöscht.
 
Rettungstreffpunkte

Die Bayerische Forstverwaltung hat seit Juni 2013 bayernweit Rettungstreffpunkte für private und körperschaftliche Waldbesitzer erfasst. Sie ergänzt dadurch die bereits festgelegten Rettungstreffpunkte für den Staatswald.

Diese Rettungstreffpunkte sind den Notrufzentralen bekannt und können im Notfall genutzt werden, um sich mit den Helfern zu Treffen und diese an die Unfallstelle heranzuführen.

Zu diesen Rettungstreffpunkten sind auch die GPS-Koordinaten hinterlegt.

Es gibt auch eine App für Smartphones dazu (Hilfe im Wald). Mit der App kann man sich auf einer Karte die nächsten Treffpunkte anzeigen lassen, seine eigene Position bestimmen und sich zum nächsten Treffpunkt navigieren lassen.

 

 
Letzte Änderung am Freitag, 22 Dezember 2017 18:43