Bericht zum Némethy-Basisseminar im (berittenen) Bogenschießen (6.+7.8.2011, Machtlfing) Empfehlung

Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Nachdem sich alle zehn Teilnehmer am Samstag morgen auf dem Hof von Susanne Lutz in Machtlfing bei Andechs eingefunden hatten, begann der Basiskurs zur Technik des berittenen Bogenschießens bei Zoltán und Christoph Némethy mit einer kleinen Begrüßungs- und Vorstellungsrunde, in der jeder seine Erwartungen an den Kurs formulieren konnte. Nach der kurzen theoretischen Einführung von Zoltán über die Geschichte der Kampfkunst berittenes Bogenschießen und einer kleinen Materialkunde über verschiedene Bogen- und Pfeilarten, ging es auch schon in die Reithalle, welche mit Pfeilfangnetz und 3 Zielscheiben ausgestattet war.

Hier lernten wir erst einmal die Tradition der inneren Sammlung und der Ehrung der Trainer der Vergangenheit und der Gegenwart zu Beginn eines jeden Trainings kennen. Danach wurde mit systematischen Dehnübungen der ganze Körper auf das Bogenschießen vorbereitet und aufgewärmt. Da das berittene Bogenschießen eine hohe Koordinationsfähigkeit erfordert, erlernten wir komplizierte Finger- und Taktspiele und versuchten uns im ungarischen Volkstanz, was bei den meisten aber eher Lacher erntete als dass es von Erfolg gekrönt war. Aber wie bei Allem gilt: Übung macht den Meister!

Bald darauf wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt: Anfänger und solche, die schon länger bogenschießen oder schon mal ein an einem Seminar bei den Némethys teilgenommen haben. Zoltán erklärte den Anfängern gründlich und bis ins Detail die richtige Körperhaltung und den korrekten Bewegungsablauf für den sogenannten Dreiphasenschuss. Darauf hin ging es hinaus, um auf der Wiese im strahlenden Sonnenschein das in Trockenübungen erlernte mit Pfeil und Bogen umzusetzen. Hierbei konnte jeder einzeln das Schießen aus verschiedenen Haltungen in all seinen Details ruhig und konzentriert üben. Die Fortgeschrittenen durften derweil in der Halle schwitzen und die Technik des berittenen Bogenschießen ebenfalls vom Boden aus nach einer kurzen Einführung durch Christoph wiederholen.

Aufgelockert wurde das Training durch ein Mittags- und Kuchenpause, bei denen das leibliche Wohl der Teilnehmer nicht zu kurz kam. Anschließend wurde sich jeweils wieder mit ein paar schnellen Laufspielen, die auch die ein oder andere Liegestütze beinhalteten, aufgewärmt.
Später am Nachmittag wurden die beiden Gruppen wieder vereint und es wurden Schnelligkeit und Dynamik beim Schießen in einer Reihe auf ungarische Kommandos hin verfeinert. Dabei wurde man nicht nur durch die Trainer, sondern auch durch jeweils wechselnde andere Kursteilnehmer korrigiert, so dass man viele Fehler ausmerzen konnte, da jedem etwas anderes auffiel.

Dieser intensive, aber sehr lehrreiche erste Trainingstag fand schlussendlich seinen Ausklang in einem geselligen Grillabend.

 

Am Sonntagmorgen ging es nach dem üblichen Begrüßungsritual direkt wieder an das systematische Aufwärmen für die zweite Trainingseinheit, bei der das gestern Erlernte vor allem gefestigt werden sollte. Zur Auflockerung konnten wir zunächst alle erst mal lernen, wie man eine mehrere Meter lange ungarische Hirtenpeitsche knallen lässt.

Danach wurde der Bewegungsablauf des Dreiphasenschusses durch ständiges Wiederholen in allen Positionen eingeschliffen und geübt. Dabei korrigierten sich die Teilnehmer gegenseitig. Unter anderem gab es dabei gezielt Übungen zum Schießen aus der Bewegung als Vorbereitung auf das Schießen vom Pferderücken aus sowie Übungen zum schnellen Laden. Schließlich konnte jeder einzelne seine Schusstechnik filmen lassen, um sie dann am Anschluss zusammen mit Christoph zu analysieren und zu verbessern.

Nach der Kaffeepause übergab Christoph jedem Teilnehmer eine Urkunde über das Basisseminar und fand ein paar motivierende Worte für jeden. Somit war der offizielle Teil des Kurses vorbei, aber wen der Muskelkater nach diesen zwei anstrengenden Trainingstagen noch nicht niederstreckte, durfte noch weiter für sich üben.

Fazit: Das Seminar bei Zoltán und Christoph war intensiv und hat sicherlich jedem Teilnehmer das ein oder andere Erfolgserlebnis beschert. Manche, die noch nie zuvor einen Bogen in der Hand gehalten hatten, konnten nach zwei Tagen schon mit recht passabler Technik schießen, während die Fortgeschrittenen ihre Bewegungsabläufe sicher verfeinern und verschnellern konnten. Die Trainer waren unermüdlich beim Korrigieren und sparten nicht mit logischen Erklärungen, damit man den Sinn und Zweck der richtigen Technik verinnerlichte. Der Spaß kam bei der ganzen Sache nicht zu kurz und hat die Teilnehmer zu einer tollen Gruppe mit einer angenehmen Atmosphäre zusammengeschweißt. Ein tolles Erlebnis!