Säumen - Packsysteme II Empfehlung

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ABENTEUER WANDERREITEN, diesmal das ewige Packproblem und ein alternativer Lösungsvorschlag

Das Abenteuer beginnt nicht erst mit dem Tritt in den Steigbügel, sondern viel, viel früher. Schon mit der Routenplanung kommt die Überlegung, wie das Notwendigste am Besten transportiert werden kann. Üblicherweise am Reitpferd, besser noch per Tross.

 

 

Während das erstere von der zumutbaren Last des Reittiers begrenzt wird, ist letzteres schon sehr Personal und auch Kostenintensiv, dafür aber bis zum „all inclusiv“ ausbaufähig. Will oder kann man auf ein Tross verzichten, dann wird das Gepäck schnell limitiert. Wir erinnern uns an die Faustformel für die zumutbare Pferd-Last: Pferdegewicht * 20 %;  und schon sind wir vor dem Problem gestellt,  innerhalb der nächsten Tage unser Körpergewicht, den Sattel, die Packtaschen oder das notwendigste Gepäck  auf wunderbarer Weise zu minimieren: Zum Nachrechnen:

Ein Pferd mit ca. 500 kg Lebendgewicht trägt trainiert eine zumutbare Last von 100 kg. Sattel mit Pad vielleicht schon 16 kg, Packtaschen 4 kg, Gepäck 15 kg, dann bleiben für den Reiter noch 65 kg übrig.  

Für meinen geplanten 7-Tages-Ritt habe ich diesmal eine Alternative ausprobiert: Ein Handpferd als Lastträger und Ersatzpferd!

Bei dieser Kombination eignet sich der Westernsattel hervorragend, denn dieser kann schnell als Packsattel umgebaut werden. Desweiteren kann ich am nächsten Tag das Pferd nun mit „seinem“ Sattel reiten und mein heutiges Reitpferd kann nunmehr die Last übernehmen.

Es bedarf nur eines ca. 10m  langen Seiles. So war auch Trab und Galopp kein Hindernis. Die Packtaschen (Fa. Ortlieb) blieben bei allen Gangarten im Sattel fixiert und wir konnten uns unbehindert der Strecke widmen.

Etliche Kilo Komfort können nun mitgenommen werden. Die Möglichkeit besteht auch, das Packpferd mit den Packtaschen eines Reiters noch zusätzlich zu bepacken und somit täglich ein Reitpferd zu entlasten, oder Pack- und Reitpferd zu tauschen.

Wie das nun funktionierte möchte ich an Hand der nachfolgenden Fotos aufzeigen:

FOTO 1: Das Seil wird mittig mit einem Webleinsteck am Horn befestigt.

FOTO 2: Dieses wird zum Cantle weitergeführt, hinter diesem gekreuzt, an Karabinern befestig und über die Sitzfläche gelegt.

FOTO 3: Die Packsäcke werden unter das Seil Horn/Cantle Gleichzeitig auf das herabhängende Seil gelegt und dieses vorne hochgezogen und wiederrum an Horn/Cantle-Seil verknotet. Optimal sind Packsäcke mit einer unteren Befestigungsöse, damit ein verrutschen verhindert wird.Fotos: Tina Boche