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Mit dem passenden Futter und ausreichend Bewegung zu guter Leistung und Gesundheit

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So richtig Appetit auf mehr machte der Vortrag von Simone Meyer vom Semhof in Wallerstein zum Thema "Fütterungsmanagement". Dazu hatte der VFD-Kreisverband Bamberg eingeladen und mehr als 70 Interessierte füllten den Gastraum des SV Memmelsdorf bis auf den letzten Platz.

Simone Meyer referierte kurzweilig, interessant und produktunabhängig und bündelte die umfassende Thematik entsprechend dem vorrangigen Bedarf der Zuhörer*innen. Sie beschrieb das natürliche Ernährungsverhalten der Pferde ebenso wie die Auswirkungen des heute üblichen Fütterungsverhaltens und der sich wandelnden Umwelteinflüsse auf deren Magen- und Verdauungstrakt. So machte sie die Zusammenhänge zwischen dem mittlerweile relativ häufig vorkommenden Kotwasser bei Pferden und dem Überschuss an heutzutage vielen schnellwüchsigen Pflanzen auf Wiesen und Weiden und dem darin enthaltenen hohen Zucker- und Fruktangehalt deutlich. Wichtig sei es deshalb, sich um gute Nährstoffe im Futter zu kümmern. Auch sollten die Pferde nur in Maßen und in kleinen Zeitintervallen auf die Koppel gestellt werden, um einen gesunden Ausgleich zwischen Grünfutter und Heu zu erreichen.

Wie reguliere ich das Gewicht meines Pferdes richtig?

Die Referentin sprach auch das Problem vieler Freizeitreiter an: zu dicke Pferde. Werde zur Gewichtsreduzierung nur das Futter reduziert, ohne eine gute Nährstoffzufuhr und ohne ausreichende Bewegung, leiste der Halter einer Insulinresistenz Vorschub und verstärke so nur das Ausgangsproblem. Dabei entspräche ein Prozent Stärke im Futter auch einem Prozent Zucker. Besser sei es, Kohlehydrate und damit den Zuckergehalt zu reduzieren, wobei zwei kg Karotten in etwa dieselbe blutzuckersteigernde Wirkung wie ein kg Hafer aufwiesen. Wichtig sei auch, die Pferde gut zu bewegen, wobei erst ab flottem Trab Blutzucker weggeritten werde. Passend sollte für ausreichende Nährstoffzufuhr gesorgt werden, die erst eine gute Fettverbrennung ermögliche. „Akute Hufrehe hört beim insulinresistenten Pferd sofort auf, wenn ich den Zucker weglasse“ und „jedes Säugetier kann ohne Kohlehydrate leben“ waren zwei markante Sätze der Referentin.

Ein guter Weg für viele Probleme im Zusammenhang mit Magen und Verdauung und Stoffwechsel sei es, die Zucker- und Stärkezufuhr anzupassen. Weiter sei es wichtig, eine Ernährungstherapie durchzuführen, das Gewicht zu regulieren, das Pferd ausreichend zu bewegen sowie die Fütterungstechnik zu optimieren. Dabei biete eine dauerhafte Fütterung mit kleinen Portionen die Möglichkeit zu selektivem Fressen, das mehr Zeit in Anspruch nimmt. Durch eine Vermischung von Heu und Stroh und die Fütterung über Heunetze oder Heutoys werde die Fresszeit ebenfalls verlängert. So könne ein Stück weit der Tatsache entgegengewirkt werden, dass nach Einschätzung von Frau Meyer 60 % der Freizeitpferde einfach zu fett seien.

Augen auf beim Futterkauf

Anschaulich erklärte die Referentin auch den sinnvollen Einsatz von hochwertigem
Mineralfutter, um diversen Mangelerscheinungen vorzubeugen. Besonders wichtig sei ihr in diesem Zusammenhang der Blick auf die Zutatenliste des Futtermittels. Denn nicht alles, was sich in Hochglanzbroschüren und in ansprechenden Werbetexten präsentiere, enthalte nämlich das, was unsere Pferde tatsächlich brauchen. Dies müsste in dieser Klarheit auch nicht deklariert werden. Hier helfe oftmals am besten eine ausführlichere Beratung durch fachlich geschulte Verkäufer*innen oder beim Hersteller direkt.

"Futtermittel aus Leidenschaft" sei aus diesem Grund auch der Slogan zu den von Simone Meyer vertriebenen Produkten. Denn eine artgerechte und gesunde Pferdeernährung sollte jedem*r Pferdebesitzer*in am Herzen liegen, weil sie maßgeblich das Wohlbefinden ihres Pferdes beeinflusse und einen bedeutenden Faktor darstelle, wenn es darum gehe, Krankheiten vorzubeugen oder zu heilen. Pferdebesitzer*innen haben für das Wohl ihrer Freizeitpartner eine hohe Verantwortung und sollten sich daher immer für eine artgerechte und nährstoffreiche Ernährung ihrer Pferde entscheiden.

Letzte Änderung am Sonntag, 10 März 2019 11:00
Anne Geishauser

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