Effektive Mikroorganismen (EMs) im Stall, bei Pferd und Mensch

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Einen spannenden und faszinierenden Einblick in die Welt der Mikroorganismen und in die wunderbaren Helferdienste ihrer positiven Vertreter, der Effektiven Mikroorganismen (EMs), gab die EM-Beraterin Isolde Hahn aus Höchstadt beim letzten Vortragsabend des VFD-Kreisverbandes Bamberg in Memmelsdorf.

 

Aufbauende Mikroorganismen

Anschaulich beschrieb sie, dass die Mikroben, d.h. die Einzeller, die kleinsten, selbständig lebenden Einheiten und eigenständigen Organismen sind, und in unvorstellbar großen Mengen an jedem Ort, auf allen Flächen und in anderen Organismen vorhanden sind. So enthalte eine Handvoll Erde mehr Mikroben als es Menschen auf der Erde gibt. Auch als Einzeller könnten Mikroben, obwohl ihnen ein zentrales Nervensystem fehle, miteinander kommunizieren und auf Reize reagieren. Dies sei in zweierlei Hinsicht wichtig: Zum einen sei es so, dass das Wirken der Mikroorganismen immer von dem sie umgebenden Milieu abhängig ist. So könnten z.B. auch Bakterien als Krankheitserreger nur in einem Milieu wirken, das für sie günstig sei. Entscheidend sei also, ob sie auf einen Organismus treffen, in dem sie sich vermehren können oder in dem sie von einem guten Immunsystem zahlenmäßig niedrig gehalten werden und so keine Wirkung zeigen. Zum Zweiten ließen sich zwei Arten von Mikroben unterscheiden: abbauende (degenerative), die verantwortlich sind für Fäulnis, Verwesung und Krankheit, und aufbauende (regenerative), die dem Leben helfen wie z.B. Hefen, Milchsäurebakterien oder regenerative Darm- und Bodenbakterien. Und obwohl auch die abbauenden Mikroorganismen in der Natur wichtige Aufgaben im System hätten, sei es natürlich sinnvoll, die Mikroben, die aufbauende Eigenschaften haben, für uns und unsere Pferde zu nutzen. Doch wie könnte das gelingen?


Effektive Mikroorganismen EMs schaffen gute Mikroben-Milieus

Die Referentin überraschte ihre Zuhörerinnen und Zuhörer damit, dass das im Grunde sehr einfach sei. Denn grundsätzlich gebe es im Zusammenspiel der unterschiedlichen Mikroorganismen drei verschieden große Gruppen: Die eine sei am Aufbau, die andere am Abbau interessiert, die größte aber, die Opportunisten, schließe sich der Gruppe an, die gerade bestimmend sei und unterstütze deren Wirkung. So entstehe ein Milieu und das könne dann eben je nach Dominanz positiv oder negativ wirken. Mit der Unterstützung von aufbauenden Mikroorganismen sei es also möglich, positive Milieus zu bilden. Und obwohl von den geschätzt zwei bis drei Milliarden Arten von Mikroorganismen auf der Erde erst etwa 0,5 Prozent bisher klassifiziert seien, sei es dem japanischen Gartenbauprofessor Teruo Higa vor 40 Jahren zufällig gelungen, eine Mischung aus verschiedenen Arten von Mikroorganismen zu entwickeln, die koexistieren und zusammen eine positive Wirkung entfalten können. Higa habe seine Urlösung Effektive Mikroorganismen EM genannt, weil diese Mischung aus Hefen und Milchsäure- und Photosynthesebakterien Fäulnisprozessen gegensteuere und eine aufbauende Wirkung zeige.

Nach ihrer grundsätzlichen Einführung in die Welt der Mikroorganismen beschrieb EM-Beraterin Hahn, wie im Gartenbau und in der Landwirtschaft mit EMs z.B. Nährstoffe und Humus aufgebaut und die Artenvielfalt auf den Weiden gefördert werden könne. Die Wasserqualität könne mit EM-Keramik (Mikroorganismen in Keramik gebrannt) verbessert werden. Im Haushalt könnten EMs als Putz- und Reinigungsmittel ohne Chemie ein angenehmes Raumklima schaffen und Allergien vermeiden helfen. Ausführlich stellte Hahn den Einsatz von Bokashi vor, das im Japanischen fermentiertes organisches Material bedeutet. Mit EMs fermentiertes Bokashi aus Getreideschrot, Obst und Kräutern könne in kleinen Mengen Pferden als Anregung für den Stoffwechsel gegeben werden und enthalte durch den Fermentationsprozess Vitamine, Mineralstoffe und antioxidativ wirkende Substanzen, die die Zellen schützen.

Anwendungsbeispiele im Stall und am Pferd

Im Anschluss an die Ausführungen der EM-Beraterin stellte die VFD-Kreisvorsitzende Renate Baierl vor, wie ihre Stallgemeinschaft EMs zum Wohl ihrer Pferde einsetzt. So könnten auch im Stall die Abbauprozesse wie Fäulnis, Schimmel oder der Ammoniakgeruch der verfaulenden Exkremente durch Besprühen mit EMs in positive Milieus mit aufbauenden Mikroben umgewandelt werden. Ihr Stall verwende z.B. als Einstreu ausschließlich Holzspäne, die mit EMs angereichert sind. Die positive Wirkung zeige sich auch darin, dass der Stall nun nach Waldboden rieche, weil die Mikroben ihre Umwandlungsprozesse leisten. Dieses Raumklima sei für Pferd und Mensch förderlich. Aufbauende Mikroben ließen sich auch mit einer einfachen Gartenspritze auf Stallwände, Matten, Bodenbeläge, Schubberplätze, Heuraufen oder Tränken ausbringen. Dadurch würde sich z.B. auch die Fliegenplage deutlich reduzieren. Am Pferd könnten Fell, Mähne, Schweif, Hufe, Wunden und Verletzungen oder Parasiten mit EMs behandelt werden. Durch Besprühen des Heus oder von Hafer und Kräutern könnten Schimmelpilze und Staub gebunden und das Darmmilieu (wichtig für das Immunsystem) verbessert werden. Außerdem könnten Pferdedecken, Pferdeputzsachen, Zaumzeug usw. mit den natürlichen Helfern der EMs ohne Chemie gereinigt werden. Abschließend beschrieb Frau Baierl wie einfach und mit wie wenig technischem Aufwand EMs für die verschiedenen Anwendungsbereiche selbst hergestellt werden können.
Die wunderbare Welt der Mikroben und ihre guten Helferdienste stießen auf großes Interesse bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern und führten zu vielen Nachfragen und Gesprächen. Darin zeigte sich, wie wichtig für Pferdemenschen das Wohlbefinden ihrer Pferde ist und dass die Effektiven Mikroorganismen dazu auch einen wertvollen Beitrag leisten können.

Renate Baierl

EM Beraterin Isolode Hahn

 

EM Beraterin Hahn l und VFD Kreisvorsitzende Baierl

Einbringen von EMs ins Futter

Fellpflege mit EMs

Letzte Änderung am Sonntag, 25 Oktober 2020 20:34